Spatenstich Generalzolldirektion

Es geht rund an der Theodor-Haubach-Straße. Von weit her sind die Kräne zu sehen. Wer das Baustellengelände betritt, merkt am Geräuschpegel, wie viel die schweren Geräte und die vielen an Warnwesten erkennbaren Mitarbeiter hier seit einigen Wochen bewegen. „Wir sind mit dem Projekt schon gut vorangeschritten und stolz darauf“, sagt Ralf Uhl. Seine Uhl Projektbau GmbH aus Maikammer ist der Investor auf dem 11.000 Quadratmeter großen Grundstück und Gastgeber an diesem Mittwochvormittag. Denn mit dem symbolischen Spatenstich soll der Baubeginn für die neue Generalzolldirektion nachträglich gefeiert werden. Die Uhl Projektbau GmbH investiert 41 Millionen Euro. Es sei keine alltägliche Baustelle, erläutert Ralf Uhl. Denn direkt neben der Baustelle befinde sich das Betonwerk. Wir haben also keine weiten Fahrten und sparen damit sehr viel CO“, betont Uhl. Er und Tim Zoega, Mitglied der Geschäftsführung der Uhl Projektbau, sind sich mit Blick auf die Gästeschar am Rand des Baufelds zu diesem Anlass einig:„Es ist ein schöner Moment, nach dieser sehr langen Zeit hier zu stehen.“ Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) kann diese Einschätzung nur bekräftigen und ordnet sie aus politischer Sicht sein. 2018, in seinem ersten Jahr als Oberbürgermeister, seien Gerüchte aufgekommen, die Generalzolldirektion würde den Standort aufgeben wollen. Schon damals sei die Behörde nicht nur an ihrem Hauptgebäude an der Wiesenstraße bei der Festwiese zu finden, sondern darüber hinaus auf weitere Standorte im Stadtgebiet verteilt gewesen. Diese Verteilung auf mehrere Gebäude habe man an der Spitze der Generalzolldirektion als Nachteil empfunden. Da in der Belegschaft aber Neustadt als Standort geschätzt werde, habe er sich auf politischer Ebene um ein Verbleib der Behörde bemüht. Uber den CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger habe er den entsprechenden Kontakt im Berliner Finanzministerium bekommen und zudem auch die damalige Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) um Unterstützung gebeten. Diese jahrelange Muhe zahle sich nun aus, sagt Weigel beim Blick auf die Baustelle. Ausdrücklich dankt er allen, die sich stark gemacht haben für den Standort Neustadt.“ Für die Stadt sei der Zoll eine „besonders wichtige Einrichtung*. Zum einen zahle er mit rund 400 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern. Zum anderen sorge die Behörde auch für Wertschöpfung, wenn in Neustadt Tagungen stattfinden und dafür die hiesigen Hotels und Lokale genutzt werden. Das Neubauprojekt „tut uns als Stadt sehr gut“. Es sei ein „zukunftssicheres Statement, davon profitiert der Standort sehr“. Weigel unterstreicht zudem die Rolle der Uhl Projektbau GmbH. Das Projekt sei nur dank dieses leistungsfähigen Unternehmers“ und dessen Risikobereitschaft möglich. Das ist auch für ihn kein Routinegeschäft*, so Weigel. Er geht zudem kurz auf die Hürden ein, die bis zum Baustart zu überwinden waren. Man habe in den vergangenen zwölf bis 18 Monaten noch einiges klären müssen. Es ging um viel“, so Weigel. Daher sei allen zu danken, „die das jetzt möglich gemacht haben“. Für ihn zähle am Ende, dass man die Schwierigkeiten beseitigen konnte. Nun sind die Bilder mit Kran und Bagger das Wichtigste* denn damit könnten die Neustadter sehen, dass sich bei diesem Vorhaben, über das so lange gesprochen wurde, tatsächlich etwas tut. Gerade in einer Zeit mit vielen schlechten Nachrichten ist das ein wichtiges Signal, hier geht es vorwärts“. Begleitend zum Neubau der Generalzolldirektion werde die Stadt in der Theodor-Haubach-Straße Gehwege erneuern und in der Speyerdorfer Straße Bushaltestellen einrichten. Pia Wiedemann, Vizepräsidentin der Generalzolldirektion, sagt, dass in der Behörde und vor allem bei den in Neustadt tätigen Mitarbeitern die Vorfreude auf das neue Dienstgebäude sehr groß sei. Es sei wichtig und der Wunsch vieler ihrer Kollegen, dass hier künftig an einem Standort gearbeitet werden könne mit kürzeren Wegen und mehr direkter Kommunikation. „Daher freuen wir uns jetzt schon auf Mai 2028, wenn die rund 400 Beschäftigten hier einziehen können“, so Wiedemann. Es entstehe ein modernes Gebäude, das alle Anforderungen an modernes Arbeiten erfülle. „Der Zoll stellt sich hier zukunftsfähig und modern auf“, betont Wiedemann. Die Uhl Projektbau GmbH wird die Immobile schlüsselfertig übergeben. Eigentümerin wird dann die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sein. Für diese spricht Holger Stöckl, Leiter Baumanagement, beim Spatenstich von einem „auch für uns herausragenden Projekt“. Er ist überzeugt: „Wir setzen hier Standards für modernes Arbeiten.“ Der Bundesanstalt sei bewusst, welche Bedeutung das Projekt für die Region habe. Wichtig sei nun, dass Zeit- und Kostenplan eingehalten werden, damit beim Einzug dann alle zufrieden sind“ Beim Neubau wird im Erdgeschossbereich geparkt, auf den zwei Etagen darüber sind die Büros. Der Energiestandard ist sehr hoch. Auf dem Dach wird eine PV-Anlage (4000 kWp) installiert, geheizt wird mit einer Wärmepumpe.
Quelle: Die Rheinpfalz, 07.05.2026, Axel Nickel

